28.06.09
Atmosphäre im Zimmer
[Pressemitteilung]
Neben den nahe liegenden optischen und praktischen Gesichtspunkten der Zimmer in der Beherbergung in Österreich tragen für inländische Gäste vor allem die Temperatur und die Aussicht zu einer angenehmen Atmosphäre bei.
Mit der Atmosphäre in Zimmern österreichischer Beherbergungsbetriebe beschäftigte sich dieses Projekt von Kondeor und von Studierenden des Wiener Bachelor-Studienganges Tourismus. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei dem potentiellen Störfaktor „Lärm“ gewidmet. Dazu wurden 301 Österreicher befragt, die während des Jahres 2008 mindestens einmal in einem Beherbergungsbetrieb in Österreich übernachtet haben.
Hohe Zufriedenheit mit Privat- und Hotelzimmern
Die von den Befragten erlebte Atmosphäre in den beurteilten Zimmern österreichischer Beherbergungsbetriebe erreicht im Durchschnitt 72 von 100 Punkten; die durchschnittliche Gesamtzufriedenheit mit dem Zimmer (gemessen auf einer sechsstufigen Skala von „1 = äußerst begeistert“ bis „6 = eher enttäuschend“) liegt bei 2,4. Bezogen auf die Unterkunftsart schneiden diesbezüglich Privatzimmer / Urlaub am Bauernhof, gefolgt von Hotels, am besten ab, den letzten Platz nehmen Jugendherbergen, Berghütten u.ä. ein (im Schnitt liegen Pensionen / Gasthöfe und Ferienwohnungen / -appartements / Ferienhäuser). In der Hotellerie steigt mit der Anzahl der Sterne auch die Zufriedenheit mit der erlebten Atmosphäre bzw. mit dem Hotelzimmer insgesamt. Unter den Urlaubsreisenden besonders zufrieden mit der Atmosphäre des Zimmers sind Erholungsurlauber sowie Wellness-/ Schönheits-Urlauber, weniger zufrieden sind Städte- und vor allem Kultururlauber.
Top-Urteile für die Ungestörtheit und die Sauberkeit im weitesten Sinn
Von elf abgefragten möglichen Einflussfaktoren auf die wahrgenommene Atmosphäre im Zimmer bekommen die „Ungestörtheit“, die „Sauberkeit / Hygiene“, der „Geruch“ und die „Wäsche“ (Bettwäsche, Handtücher, ev. Bademäntel u.ä.) im Vergleich zur durchschnittlichen Beurteilung der Atmosphäre insgesamt bessere Beurteilungen. Dagegen schneiden die „gewählten Farben im Zimmer“, der „optische Eindruck (das Zimmer war schön anzusehen)“ und die „Aussicht aus dem Zimmer“ nur unterdurchschnittlich ab (im Schnitt liegen hier die „Ruhe im Zimmer“, die „Temperatur - nicht zu kalt oder zu warm“, das „Licht“ sowie die „Raumgestaltung“; s. obige Abbildung).
Wichtig für die Atmosphäre: Optisch ansprechend, praktisch und wohl temperiert
In einer Momentaufnahme als am wichtigsten für das Erleben einer angenehmen Atmosphäre stellen sich dabei heraus: Das Zimmer sollte schön anzusehen, die Temperatur im und die Aussicht aus dem Zimmer angenehm und die Raumgestaltung praktisch sein.(1)
Lärm als Störfaktor?
Das eigentliche Thema der Untersuchung, nämlich "Lärm als Störfaktor in Zimmern österreichischer Beherbergungsbetriebe", spielt für die erlebte Atmosphäre nur eine untergeordnete Rolle; in punkto Zufriedenheit mit dem Zimmer liegt er aber nach dem optischen Eindruck und nach der Temperatur bereits an dritter Stelle.(1)
Die hauptsächlich angeführten Lärmquellen sind andere Gäste und der Straßenverkehr (PKW, LKW, Zweiräder usw.). Positiv in diesem Zusammenhang ist, dass Erholungsurlauber sowie Wellness-/Schönheits-Urlauber mit der Ruhe im Zimmer signifikant zufriedener sind als jene, auf die diese beiden Urlaubsarten nicht zutreffen; die Zufriedenheit mit diesem Punkt ist erwartungsgemäß in ländlichen Lagen im Vergleich zu einem städtischen Umfeld ebenfalls signifikant höher.
Rückfragen:
Für Rückfragen zu diesem Thema bzw. zu möglichen Zusatzauswertungen des vorliegenden Datensatzes stehen wir gerne zur Verfügung; dazu senden Sie uns bitte einfach eine E-Mail!
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(1) Diese Rangreihung der Einflussfaktoren nach ihrer Wichtigkeit wurde nicht direkt abgefragt, sondern indirekt aus den erhobenen Zufriedenheitsdaten berechnet. Dieses Konzept der „derived importance“ liefert unter bestimmten Voraussetzungen aussagekräftigere Ergebnisse als die direkt abgefragte Wichtigkeit und bietet darüber hinaus den Vorteil, dass die Wichtigkeit für verschiedene Gesamturteile berechnet werden kann – in diesem Fall für die Gesamtbeurteilung der Atmosphäre im Zimmer einerseits und für die Gesamtzufriedenheit mit dem Zimmer andererseits.
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